Texterella persönlich.
Nur noch kurz die Welt retten – oder wenigstens das Internet ...!
Als das Internet neu war (und ich ungefähr halb so alt wie heute), war es für mich eine Offenbarung. Die große weite Welt – so nah! Zumal ich damals mit zwei und später drei Kindern auf dem Dorf saß … dabei hatte ich doch eigentlich von einem Leben in New York City geträumt! Tja, irgendwo war ich wohl falsch abgebogen (heute bin ich sehr froh darüber …) und NYC war so weit weg wie der Mond. Tagsüber zumindest, wenn ich mit den Kindern im Sandkasten saß oder Honigbrote schmierte oder aus „Bodo Bär“ vorlas. Aber abends, sobald die Kinder schliefen, da öffnete ich das Tor zur Welt. Ich las englischsprachige Blogs (die heute nicht mehr existieren), kaufte auf der 5th Avenue ein (und musste die Bestellungen dann persönlich am Flughafen-Zollamt abholen, um die Zollgebühr zu zahlen – uuuups, ich hoffe, der Mann liest weg … )) und tauschte mich auf Yahoo-Mailinglisten mit gleichgesinnten Frauen rund um Beruf, Kinder und die Zukunft aus (mit vielen der Frauen bin ich heute noch verbunden).
Dann kam Social Media – und erstmal wurde es sogar noch schöner. Ein Blog hatte ich ja schon, deshalb gründete ich noch ein zweites (eben das, in dem du diesen Text gerade liest). Instagram war voller schöner Sonnenuntergänge und Urlaubsfotos, auf Twitter konnte man noch freundlich diskutieren und Facebook war ein Ort, an dem man Menschen wieder begegnete, die man schon Jahrzehnte nicht mehr gesehen hatte. Das Internet war wie ein Co-Working-Café für mich, gelegentlich traf man FreundInnen und Bekannte, schwatzte eine Runde und arbeitete dann weiter. Ich liebte es.

Die kleine heile Welt direkt vor meinem Fenster ...
Und heute? Heute blicke ich in mein geliebtes Internet, und sehe einen Scherbenhaufen. Wie konntest du, liebes Internet, nur zu einem Ort werden, der die schlechtesten Eigenschaften in uns Menschen hervorholt? Die sozialen Netzwerke – unerträglich. Twitter bzw. X habe ich schon lange verlassen, auf Facebook schaue ich (als Mitglied einer Flohmarktgruppe) gelegentlich vorbei und erschrecke jedes Mal, wenn ich auf dem Weg in die Gruppe versehentlich links oder rechts gucke: die Tonlage, die Lügen, die Beleidigungen, die geschickt getarnte Propaganda … einfach schaurig. Und Instagram? Zweifellos gibt es dort immer noch schöne und spannende Accounts – aber eben auch KI-generierten Content, den wir nicht mehr von echten Inhalten unterscheiden können, Stimmungsmache, Fake-News und Unmengen von Hass. Es erschüttert mich regelmäßig, wie assozial die „sozialen“ Netzwerke geworden sind, wie sehr sie nicht nur unser tägliches Leben, sondern auch die Politik beeinflussen und wie wenig wir uns dagegen wehren können. Überhaupt, das Thema KI … auch wenn ich ChatGPT gelegentlich selbst nutze, so erscheint mir künstliche Intelligenz doch gleichzeitig wie der Vorhof zur Hölle.



Mein liebes Internet, was ist nur aus dir geworden? Und vor allen Dingen: Wie soll das nur weitergehen? Eine stärkere Regulierung von Facebook, Instagram, TikTok und Co halte ich für unabdingbar, vor allen Dingen, um Lügen, Falschinformationen und Hass Einhalt zu gebieten – aber wie soll das funktionieren, wenn doch die Plattformen selbst überhaupt kein Interesse daran haben, ein friedlicherer Ort zu werden? Denn so bitter das ist: Je höher die Wogen schlagen, desto besser ist es für ihr Geschäft. Ein erster Schritt ist sicherlich das Social-Media-Verbot für Kinder, das in Australien schon Gesetz ist und in Europa kommen soll … aber das reicht aus meiner Sicht noch lange nicht. Denn Social Media ist ja nicht nur für Kinder gefährlich, sondern auch für uns Erwachsene bedrohlich und sogar für unser gesamtes politisches System. Die antidemokratischen und rechtsextremen Strömungen gedeihen nun mal dort besonders gut, wo Polarisierung zum Geschäftsmodell gehört.


Und trotzdem kann und will ich das Internet nicht aufgeben. Eben weil es mir nicht nur eine weite Welt eröffnet, sondern auch ein Leben ermöglicht hat, das sonst sicherlich ganz anders verlaufen wäre. Vermutlich hätte ich mich nie selbstständig gemacht, weder ein Blog gegründet noch Bücher geschrieben und auch die meisten FreundInnen, die ich heute habe, bestimmt nicht kennengelernt. Und auch wir, liebe Texterella-Leserinnen, hätten uns nie getroffen. Was für ein Verlust! Wie sehr hätte ich das alles vermisst (man verzeihe mir diese Unlogik, denn natürlich weiß ich, dass ich um all das ja gar nicht gewusst hätte)! Wie viel ärmer würde mein Leben heute sein …
Was also tun?
Mich einfach von den „dunklen Orten“ fernhalten? Tatsächlich bemerke ich bei mir durchaus einen Drang, mich in meine heile Welt zurückzuziehen und „das Böse“ draußen zu lassen. Das wäre vielleicht das Einfachste – aber was passiert, wenn bei den Beleidigungen und falschen Informationen niemand mehr dagegenhält und für demokratische und pluralistische Werte einsteht? Und bei Ungerechtigkeit oder wissenschaftsfeindlichen Schwurbeleien den Mund aufmacht? Ich bin sicher keine Jeanne D’Arc, aber ein politischer Mensch bin ich durchaus – und es fällt mir schwer, mich gerade jetzt vom Acker zu machen. Hey, das Internet hat mir so viel gegeben, ich kann es doch nicht einfach im Stich lassen.
Wie siehst du das? Ist das Internet noch zu retten, überhaupt die ganze Welt? Was können wir tun?
Und sonst so?
- Hallo Vorweihnachtszeit, hallo heile Welt – ich bin bereit! Ich freue mich auf schöne Weihnachtsmärkte, schöne Weihnachtsfilme und auf Plätzchen sowieso! Geschenke? Lass ich dieses Jahr aus. Denn angesichts meines 60. Geburtstags Anfang Januar steht eine größere Familienreise an – die ist Geschenk genug. Wenn ihr irgendwelchen tollen Tipps und Empfehlungen (Orte, Filme, Konzerte, Bücher, Rezepte – ich will alles! ) für eine schöne, entspannte Vorweihnachtszeit habt – her damit!
- Asche auf mein Haupt: Ich habe den zweiten Teil der Modefragen schlichtweg … vergessen. Für diesen Sonntagspost natürlich nur. Ich wollle ja eigentlich einen ganz anderen Text schreiben, und in diesem Zuge die noch ausstehenden Fragen beantworten … und dann ist der Weltrettungstext einfach so aus mir herausgeflossen, und die Modefragen bzw. -antworten waren vergessen. Sie kommen aber noch, versprochen!
- Am 12. Dezember habe ich meine letzte Lesung für dieses Jahr, das wirklich sehr reich an „Auftritten“ war. Ich lese im Hofgartenstüberl in Unterhausen bei Weilheim/Obb. 2026 geht es dann aber fröhlich weiter: Am 8. März (Internationaler Frauentag!) lese ich in Syke bei Bremen, am 13. März in Kassel und am 23. März in Löhne. Mal schauen, was sonst noch so kommt! Alle Lesungen findest du wie immer hier. Ich freue mich sehr darauf, die eine oder andere Texterella-Leserin mal persönlich kennenzulernen.
- Am letzten Wochenende fand ja unser zweiter Foto-Workshop „Unfotogen? Gibt’s nicht!“ im (sehr verschneiten) Schongau statt. Es waren wirklich zwei grandiose Veranstaltungen mit tollen Frauen. Danke, dass ihr da wart! Auf Instagram gibt es ein paar Impressionen hier ein paar Highlights aus den bisherigen Workshops. Der nächste fest terminierte Workshop findet am 11. und 12. April 2026 ebenfalls in Schongau statt (das von München aus übrigens sehr gut zu erreichen ist). Alle, die sich in unseren Workshop-Interessentinnen-Verteiler haben eintragen lassen, bekommen demnächst eine Mail dazu – man kann sich aber bereits jetzt anmelden. Schreib mir dazu einfach eine Mail, dann schicke ich dir Infos. Wer sich noch in den Verteiler eintragen lassen willl, schreibt mir ebenfalls.
- Wer Mode sucht: Die findest du wie immer hier und auf LTK. Dort gibt es auch ein paar neue hübsche Modecollagen. Meinen Look habe ich euch hier schon mal gezeigt und verlinkt.
Einen schönen ersten Advent für euch alle! (Oje, ich habe mal wieder keinen Adventskranz. Advent und Weihnachten kommen ja auch immer so … überraschend. :-))
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Auf Texterella dreht sich alles um Frauen über 50 - um Frauen in ihren besten Jahren! Die Themen meines Blogs sind Stil, Hautpflege, Reisen und Kultur, gutes Essen, kurz: Inspiration für ein schönes, erfülltes und zufriedenes Leben für Frauen 50plus! Vielleicht bist auch du eine Frau über 50 (oder 60 oder 70 …. ;) und magst mein Blog abonnieren? Dann verpasst du keinen Beitrag mehr! Geht ganz schnell: Mail-Adresse eintragen, absenden und – ganz wichtig!! – den Link in der Bestätigungsmail, die dir im Anschluss zugestellt wird, anklicken. Manchmal versteckt sich diese Mail im Spamfilter. Aber ohne Verifizierung, keine Texterella-Mail! :-) Dass ich mit deiner Adresse keinen Unfug betreibe, versteht sich von selbst. Und du kannst dich auch jederzeit wieder abmelden.
